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Geschichte der Webcams

2011-12-13 23:49:21

Die Inspiration zur Entwicklung der ersten Webcams war das Trojan Room Coffee Pot Projekt, das im Jahr 1991 von Studenten im Labor der Cambridge Universität in Großbritannien realisiert wurde. Die Kamera war auf eine Kaffeemaschine gerichtet, dank welcher die Studenten aus verschiedenen Räumen sehen konnten, ob der Kaffee gebrüht wurde. (Abb.1.1.)

 

Die Kamera wurde an den Acorn Archimedes Computer mit Hilfe einer Grafikkarte angeschlossen. Dank Verwendung des X Window System Protokolls schrieb Quentin Stafford-Fraser eine clientseitige Applikation, die das Bild auf den Server überträgt, Paul Jardetzky hingegen erstellte eine Anwendung auf dem Server, die unter anderem für die Archivierung der Bilder auf der Festplatte verantwortlich ist. Das Bild war in Graustufen und hatte eine Auflösung von 128x128 Pixel. Im Jahr 1991 hatten nur die Benutzer des lokalen Netzwerkes die Möglichkeit die Kaffeemaschine zu beobachten. Im November 1993 haben Daniel Gordon und Martyn Johnson das Bild der Kamera im Internet geteilt. Das war mit der Erscheinung der Fähigkeit in Webbrowsern Bilder anzuzeigen verbunden.

 

Am 22. August 2001 um 9:54 UTC wurde die Kamera endgültig ausgeschaltet, die Kaffeemaschinen hingegen wurde an einer Auktion bei eBay für einen Preis von £3350 verkauft. Die Kaffeemaschine wurde von Spiegel Online, die Online Version des Magazins Der Spiegel, gekauft. Informationen über dieses Ereignis wurden auf den Titelseiten der Zeitschriften „The Times of London“, „The Washington Post“ publiziert und ausführlich in „The Guardian and Wired“ beschrieben.

 

XCoffee

Abb. 1.1. Kaffeemaschine in der XCoffee Anwendung

Das zweite Projekt, welches die Erscheinung der heutigen Webcams verursachte, war Fogcam. Jeff Schwartz(Webdog) und Dan Wong(Danno), Studenten der Universität in San Francisco haben ein Gerät konstruiert, welches jede Minute Bilder registrierte und sie in Echtzeit ins Internet übertrug. Die Kamera funktioniert bis zum heutigen Tag und ist die älteste, immer noch funktionierende Webcam der Welt. Das Bild der Kamera ist auf der Webseite www.fogcam.org verfügbar. Die Autoren dieses Projektes wollten live zeigen, wie das Leben im Universitätscampus aussieht. Am Anfang wurde das Bild aus dem Büro in Burk Hall, dem Labor der Technologieabteilung und vor dem Gesundheitszentrum des Studenten übertragen. Derzeit befindet sich die Kamera im Abteil für Geisteswissenschaften. Die ältesten, erhaltenen Bilder der Kamera werden in Abbildung 1.2 gezeigt.

 

FogCam

Abb.1.2 Die ältesten, erhaltenen Bilder von fogcam.org

Im April 1996 hat Jennifer Kaye Ringley eine Kamera in ihrem Studentenzimmer am Dickinson College installiert. Das Bild in Graustufen wurde auf die Webseite alle 3 Minuten den ganzen Tag, am Anfang ohne intime Momente, übertragen. Das war die erste Kamera, die das private Leben live im Internet zeigte. Im Jahr 1998 zog Ringley nach Washington, wo sie in ihrer Wohnung 4 Kameras installierte, die ihren Alltag zeigten. Gegen eine Gebühr war es möglich sie mit einer häufigeren Aktualisierung der Bilder anzuschauen. Die Seite wurde täglich von 3-4 Millionen Internet-Nutzern besucht. Nach dem Umzug nach Sacramento in Kalifornien hat Ringley ein Streaming Bild mit Audio zur Verfügung gestellt. Die Seite wurde am 31. Dezember 2003 geschlossen. Der offizielle Grund war die Politik der Firma PayPal, die es verbietet Gebühren auf Seiten, die Nacktheit präsentieren, einzunehmen. Ringley konnte jedoch die Angebote der konkurrierenden Firmen nutzen, hat sich aber darauf nicht entschieden. Der nicht offizielle Grund für die Schließung der Seite war Kritik der Internetbenutzer über ihre Beziehung mit ihrem Freund Dex.

 

Jennifer Kay Ringleys Idee wurde durch Medien ausgenutzt, die Realityshow Sendungen erschaffen haben und den Zuschauern die Möglichkeit gegeben haben, Menschen in verschiedenen, oft sehr extremen Situationen anzuschauen.
Das beliebteste Programm dieser Art ist „Big Brother“, das in vielen Ländern auf der ganzen Welt ausgestrahlt wird. In Polen fanden 3 Editionen statt. Das Konzept der Live-Verfolgung des Lebens im Internet wurde auch im Film „Truman Show“ verwendet.

 

Beiträger: Mariusz Guć

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